Mit großer Enttäuschung und Unverständnis haben wir feststellen müssen, dass die Eröffnungsveranstaltung des 900 Jahr Jubiläums der Stadt Freiburg Frauen nicht nur marginalisiert, sondern sogar gänzlich außen vorlässt. Zu Recht stellt die Grüne Fraktion fest, dass von neun Jubiläumsbotschafter*innen, nur 3 Frauen (!) sind. Außerdem weisen sie auf die Homepage zum Stadtjubiläum hin, wo gerade mal sieben stadtprägende Frauen, aber 19 Männer aufgeführt werden. Unserer Auffassung nach zeigt dies den mangelnden Respekt der Stadt Freiburg gegenüber Ihren Bürgerinnen und die Geschlechterblindheit im Handeln der Verwaltung. Eine solche Einladung hätte man in den 50ger Jahren verschicken können aber nicht im Jahr 2019!

Uns erinnert das in fataler Weise an das Jahr 2000, anlässlich der Herausgabe des Millenniums-Buches der Stadt Freiburg, in dem damals keine einzige Frau zu Wort kam. Der damalige OB Böhme hatte geschlechterblind die Frauen einfach vergessen und ließ dann auf Betreiben der Gemeinderätinnen einen großen Frauenkongress ausrichten, sozusagen als Buße für seine „Vergesslichkeit“ Wir stellen fest: bei Jubiläen werden Freiburgs Frauen einfach vergessen oder bestenfalls zu Randfiguren.

Nicht nur muss diese Eröffnungsveranstaltung über 900 Jahre Leben in der Stadt paritätisch umgestaltet werden muss, nein wir fordern den Oberbürgermeister der Stadt nun auch auf, deutlich zu zeigen, dass ihnen die Bürger*innen wichtig sind und sie respektiert werden. Dies sollte durch eine große Veranstaltung für alle Bürger*innen geschehen, die dazu beiträgt, dass Frauen sichtbar sind und hoffentlich bei der nächsten Gelegenheit nicht schon wieder vergessen werden. Wir fordern daher angesichts des Charakters der 900 Jahr Feier ein großes Frauenfest für alle Bürger*innen auf dem zentralen Platz der Synagoge, das von der Stadt Freiburg auskömmlich finanziert und ausgerichtet wird. Und noch ist auch Zeit, den Projektantrag der Feministischen Geschichtswerkstatt zur Geschichte der Frauen in Freiburg als bedeutendstes und finanziell umfangreichstes Jubiläumsprojekt über Frauen doch noch finanziell zu ermöglichen – und zwar auch aus den Spenden der 900 x 900 Euro zu finanzieren!“

Gez. Irene Vogel, Monika Stein, Michael Moos