„Frauen* bilden Freiburg 2020“

Veranstaltungsreihe ursprünglich geplant vom 23. Juni bis 3. Juli 2020 im Rahmen der 900-Jahr-Feier der Stadt Freiburg.

‚Frauen* bilden Freiburg’ ist eine Veranstaltungsreihe der Gleichstellungsakteurinnen von Freiburger Hochschulen, die in Kooperation mit den ‚Unabhängigen Frauen Freiburg‘ im Rahmen der 900-Jahr-Feier der Stadt Freiburg 2020 konzipiert wurde. Mit der Veranstaltungsreihe werden Facetten des Wirkens von Frauen* in die Bildungslandschaft Freiburgs aufgezeigt.

Selbstverständlich sind die Veranstaltungen nach den Corona Hygienemaßnahmen geplant. Es wird für ausreichend Abstand zwischen den Sitzplätzen sowie ausreichend Belüftung im Raum gesorgt. Zudem steht Desinfektionsmittel für die Hände bereit. Da die Anzahl der Teilnehmenden deshalb leider reduziert werden muss, empfehlen wir eine zeitnahe Anmeldung für alle Veranstaltungen über
gleichstellung@ph-freiburg.de

Für weitere Informationen beachten Sie bitte das Programmheft im Anhang oder besuchen Sie unsere Internetseite:

http://www.ph-freiburg.de/gleichstellung/frauen-bilden-freiburg

13. Oktober 2020


Hiermit möchten wir herzlich zur Auftaktveranstaltung der Veranstaltungsreihe einladen. Diese findet um 18 Uhr an der Pädagogischen Hochschule (KG 5 – Raum 103) statt.

Das Wirken von Frauen* in der Bildungslandschaft und in der Politik stehen im Fokus des Abends: Die Projektleiterin und Gleichstellungsbeauftragte der Pädagogischen Hochschule Freiburg, Prof. Dr. Gabriele Sobiech, eröffnet gemeinsam mit Dr. Regina Herzog, Gleichstellungsbeauftragte der Universität, die Veranstaltung. Frau Sobiech wird in die Veranstaltungsreihe einführen. Des Weiteren diskutieren führende Personen der beteiligten Hochschulen wie auch die Frauenbeauftragte der Stadt im gemeinsamen Gespräch erfolgreiche Gleichstellungskonzepte an den Hochschulen sowie in der Kommunalpolitik.

Geladen Diskussionsgäste sind:

Regina Gensler (Stadt Freiburg, Leiterin der Kontaktstelle Frau und Beruf)
Prof. Dr. Ulrich Druwe (Rektor der Pädagogischen Hochschule Freiburg)
Prof. Dr. med. Dr. phil. Claudia Spahn (Prorektorin der Musikhochschule Freiburg)
Prof. Dr. Gisela Riescher (Universität Freiburg, Prorektorin für Redlichkeit in der Wissenschaft, Gleichstellung und Vielfalt)
Prof. Dr. Ursula Immenschuh (Gleichstellungsbeauftragte der Katholischen Hochschule Freiburg)

Als Moderatorin führt Prof. Dr. Beate Rosenzweig durch den Abend.

15. Oktober 2020

Aufbruch, Mut und Durchhaltekraft – Das Eindringen jüdischer Studentinnen in die Männerbastion Wissenschaft – ein Vortrag | 18 – 20 Uhr | Pädagogischen Hochschule Freiburg (Raum: Mensa 3/-202)

Von und mit unserer Unabhängigen Frau Martina G. Herrmann

Der Bildungsweg von Frauen war bis weit ins 20. Jahrhundert schwierig, die akademische Bildung musste regelrecht erkämpft werden. In verbissener Geschlossenheit wehrten die deutschen Universitäten jeden Versuch ab, das Frauenstudium einzuführen. Vorstöße hatte es bereits im 19. Jahrhundert viele gegeben, sei es direkt – und immer dringlicher und lauter – von Frauenvereinen, sei es über die Ministerien in einzelnen Ländern des Reichs, die durch derartige Vorstöße in Handlungsdruck gerieten, sei es durch das Beispiel anderer Länder. Vor allen Dingen war es die deutsche Professorenschaft, die in dieser Frage eisern und mit großer Mehrheit bei einem Nein blieb. Noch 1898 meldete Prof. Dr. Heinrich Rosin, Prorektor der Universität Freiburg, seinem Minister in Karlsruhe: an keiner deutschen Universität sei Frauenimmatrikulation zugelassen noch werde sie irgendwo ernsthaft erwogen. Unter den jungen Frauen, die nach dem ministeriellen Erlass vom 28. Februar 1900 an die badischen Unis kamen, waren erstaunlich viele Jüdinnen. Für 1928 liegen Zahlen vor: In Freiburg studierten im Sommersemester 699 Studentinnen, davon gaben 13 % als Religionszugehörigkeit „israelitisch“ an (reichsweit waren es 7% aller Studentinnen).Dabei war ihr Bildungsweg komplizierter als der anderer Studentinnen und sie waren der doppelten Diskriminierung als Frau und als Jüdin aus gesetzt. Aber sie begegneten den Schwierigkeiten erfahrener. Denn sie hatten sich von Kindheit an häufig in zwei Bildungskulturen bewegen müssen: In der traditionell jüdischen in Sprache, Schrift und Inhalten sowie in der christlich geprägten, die die öffentliche Schule allen Kindern vermittelte. Für jüdische Eltern war es im 19. Jahrhundert selbstverständlich geworden, ihre Kinder soviel und so lange wie möglich im öffentlichen Bildungssystem lernen zu lassen und dafür zu bezahlen. Bildung war ein hohes Gut. Diese Hochschätzung war jüdisches Erbe. Sie auch den Töchtern auf allen Ebenen zugänglich zu machen, war in vielen Familien üblich.

21. Oktober 2020

It‘s a man‘s world?! Politische Teilhabe von Frauen in der Kommunalpolitik | eine Podiumsdiskussion | 19 – 21 Uhr | Aula der Pädagogischen Hochschule Freiburg

Mit unserer Gemeinderätin Irene Vogel.

100 Jahre nach der Durchsetzung des Wahlrechts für Frauen sind weibli-che Mitglieder in kommunalen Parlamenten immer noch eine Ausnahme: Nur 25 Prozent der Mandate in deutschen Gemeinde- und Stadträten sind von Frauen besetzt. Der aktuelle Gemeinderat Freiburgs geht hier mit 43 Prozent Frauenanteil als gutes Vorbild in Richtung paritätischer Verteilung voran. Deshalb möchten wir im Gespräch mit Gemeinderätinnen Freiburgs das Thema Gleichstellung näher in den Blick nehmen. Welche Rolle spielt das Geschlecht für die Ausübung des politischen Engagements in der Stadt? Welche best-practice-Konzepte können helfen, mögliche Hürden zu überwinden?