Aufruf zur Demonstration am 24.11.18, 17 Uhr, ab Platz der Alten Synagoge

 

Wir sind wütend… und das nicht erst seit gestern.

Gemeinsam gegen sexualisierte Gewalt!

 

Kein Raum für sexualisierte Gewalt – Widerstand überall

Wir sind wütend … und das nicht erst seit gestern, denn sexualisierte Gewalt darf nicht unser Alltag sein. Trotzdem widerfährt sie uns jeden Tag in unterschiedlichster Form, egal ob in der Schule, im Berufsleben,
auf der Straße, im Nachtleben oder in einer Partnerschaft. All diese Erlebnisse und Übergriffe machen uns traurig und wütend. Wir, ein breites feministisches Bündnis, stellen uns gegen sexualisierte Gewalt
und rufen dazu auf, sich uns anzuschließen. Wir sind nicht alleine. Solidarität mit allen Betroffen. Gemeinsamer Widerstand, und zwar überall.

Warum wütend?

Weil sexualisierte Gewalt immer und überall präsent ist. Statistiken zeigen, dass 70% aller Übergriffe im Privaten und 30% an öffentlichen Orten stattfinden. Dabei kommen fünf von sechs Tätern aus dem
persönlichen Umfeld, 98% sind männlich [1]. Diesen Zahlen zum Trotz rät Polizeipräsident Rotzinger: „macht euch nicht wehrlos mit Alkohol oder Drogen.“[2] Damit wird wieder einmal die Verantwortung den Frauen* zugeschoben, das darf nicht sein!

Aktuell schreiben sich zahlreiche Akteur_innen die Sicherheit der Frauen groß auf die eigene Fahne. Dabei steht aber oft nicht der Kampf gegen sexualisierte Gewalt im Vordergrund, sondern die Verbreitung der eigenen rassistischen Hetze. So wurde beispielsweise anlässlich der schrecklichen Gruppenvergewaltigung in Freiburg schamlos und pauschalisiert nur gegen Männer ohne deutschen Pass gehetzt. AfD & Co präsentieren sich als Retter der deutschen Frau und sprechen sich an anderer Stelle gegen sexuelle Vielfalt und Selbstbestimmung aus. Für uns ist klar: das ist keine Alternative! Die Stadt Freiburg und das Land nutzen sexuelle Übergriffe im öffentlichen Raum für die Verschärfung ihrer Sicherheitspartnerschaft Sicherheit und Ordnung. Konkret bedeutet das mehr Polizei, eine Reiterstaffel und der Kommunale Ordnungsdienst. Diese Maßnahmen haben die Situation im öffentlichen Raum bisher nicht verbessert und werden dies auch in Zukunft nicht tun. Auch sind sie keine sinnvolle Antwort auf Verbrechen gegen die sexuelle Selbstbestimmung im Privaten. Ein Kampf gegen sexualisierte Gewalt muss immer ein gesamtgesellschaftlicher sein. Alle Menschen, unabhängig vom  Geschlecht, müssen sich gemeinsam gegen sexualisierte Gewalt stellen und auf eine solidarische Gesellschaft hinarbeiten.

Für eine feministische Perspektive

Wir brauchen starke und breite Solidarität mit unserem Kampf – als Bündnis in Freiburg und in der Bewegung gegen sexualisierte Gewalt. Dabei bleiben wir feministisch wie auch antirassistisch, antifaschistisch und antikapitalistisch! Denn wir kämpfen für eine Gesellschaft, die sich an den Menschen und ihren Bedürfnissen orientiert. Eine Gesellschaft, in der Diskriminierung keinen Platz hat, sei es aufgrund von Geschlecht, sexueller Orientierung, Hautfarbe oder Pass. Dafür schließen wir uns zusammen und setzen ein Zeichen!
In unserer Stadt wollen wir…

  • Solidarität mit Betroffenen*, denn sie sind mit ihrer Erfahrung nicht allein!
  • Einen Alltag ohne sexualisierte Gewalt und ohne Rassismus
  • eine Auseinandersetzung und Thematisierung von sexualisierter Gewalt, die an den Ursachen, nicht den Symptomen ansetzt!
  • Eine solidarische Gesellschaft, die sich an Bedürfnissen statt an Profit orientiert
  • Ressourcen für Präventions- und Bildungsarbeit
  • Ressourcen für Frauen*häuser und andere Einrichtungen, die Betroffene von sexualisierter Gewalt unterstützen
  • Unterstützung und Solidarität mit der feministischen Bewegung in ihrer VielfaltDafür braucht es eine radikale Veränderung im Kleinen wie im Großen. Solange werden wir kämpfen und keine Ruhe geben. Wir wehren uns und halten durch. Wir organisieren uns und halten zusammen. Denn wir sind wütend, und das nicht erst seit gestern!

 

Überall gegen sexualisierte Gewalt – gemeinsam für Feminismus!

 

[1] Bundesministerium für Familie Senioren Frauen und Jugend (2004): Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland
[2] http://www.spiegel.de/panorama/justiz/freiburg-polizeipraesident-haelt-sicherheitslage-fuer-stabil-a-1236425.html